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Stand Juni 2005

Die internationalen Märkte für online Casinos wachsen rasant weiter – in 2009 sollen sie nach einer Untersuchung von Juniper Research bereits ein Volumen von 4,5 Milliarden Dollar erzielen. Dabei entwickeln sich insbesondere die Märkte außerhalb der USA mit beträchtlichen Wachstumsraten – und stellen die online Casino-Betreiber vor besondere Problemstellungen. Denn wo die Internationalität des Internets zwar einerseits die Adressierung entlegener Märkte erlaubt, muss auch den bevorzugten Zahlungsmethoden der Kunden in diesen Zielmärkten Rechnung getragen werden.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl etablierter und sicherer Online-Bezahlverfahren, mit denen Casinos weltweit unter Berücksichtigungen regionaler Besonderheiten ihre Dienste vermarkten können.

Güterart

Einheiten

Lieferung

Fraudtools

Autorisierung

Bezahlmethoden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Micro <€10,-

 

 

 

 

 

·  Premium-SMS

·  Dialer

·  Prepaidkarte

 

 

 

·  Altersverifikation

·  IP-Check

·  BIN-Check

·  MCC-Code

·  Telefon-PIN

·  Überweisungs-PIN

·  Kreditkarten-PIN

·  SMS-PIN

 

Zeit

Zugang / Mitgliedschaften

digitale Güter

 

 

Macro >€10,-

 

Stück

Datei per Internet

·  Kreditkarten

·  Lastschrift

·  Überweisung

·  EWallet

 

 

 

 

 

physische Güter

Stück

Postweg

·  Adresscheck

·  Scoring

·  Briefträger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch dabei sind von den Casinobetreibern verschiedene Problemstellungen zu beachten:

Beim online-Vertrieb von  digitalen Gütern existieren keine nationalen Grenzen mehr, da die Dienstleistung über das weltweite Internet bereitgestellt wird und das Produkt am heimischen PC konsumiert wird. Der Kunde kann somit lediglich Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die mit Bezahlmethoden angeboten werden, die ihm auch zur Verfügung stehen.

Der Casino-Betreiber sollte daher bei der Auswahl der Bezahlmethoden, die er offerieren will, auch die Kosten für die jeweiligen Bezahlmethoden und Parameter wie Zahlungssicherheit und Zahlungsgarantien berücksichtigen.

Folgende Bezahlverfahren können Casino-Betreiber ihren Kunden zur Verfügung stellen:

Kreditkarte

Die Kreditkarte ist das einzige wirklich internationale Bezahlverfahren und bietet bei weltweiter Akzeptanz zugleich die höchste Verbreitung bei den Kunden. Viele Besitzer von Kreditkarten nutzen diese Karte auch gerne für den Einkauf im Internet. Aus Casino-Betreibersicht ist das Bezahlen mit Kreditkarte ideal: niedrige Kosten und hohe Zahlungssicherheit machen den Verkauf über Kreditkarten attraktiv. Die Zahlung wird in Echtzeit geprüft, bei einer Freigabe der Transaktion kann der Casino-Betreiber umgehend mit der Bereitstellung der Spielangebote in geschützten Bereichen beginnen. Aus Casino-Betreibersicht ist die Kreditkarte die perfekte Bezahlmethode im Internet.

Casino-Betreiber haben es jedoch schwer, einen entsprechenden Kreditkartenakzeptanz zu erhalten oder müssen hinnehmen, dass amerikanischen Kreditkartenbesitzern wegen des Casino-Codes 7995 eine Bezahlung per Kreditkarte nicht möglich ist.

Für einen international agierenden Internet-Casino-Betreiber ist das Angebot der Bezahlung per Kreditkarte unumgänglich. Dennoch wird er damit längst nicht alle potenziellen Kunden auch gewinnen können: eine große Anzahl von potentiellen Kunden besitzt aus den verschiedenen Gründen (Bonität, Kosten, etc) entweder keine Kreditkarte oder lehnt aus Sicherheitsbedenken oder um ihre Anonymität zu wahren eine Zahlung im Internet per Kreditkarte ab.

Lastschriftverfahren
In Europa ist das nach der Kreditkarte meist verbreitete Bezahlverfahren für Internet-Bezahlungen das Lastschriftverfahren. Man unterscheidet zwei Lastschriftverfahren:

Beim Abbuchungsauftrag hinterlegt der Kontoinhaber bei Hausbank eine schriftliche Vollmacht, dass ein bestimmter Zahlungsempfänger von seinem Konto Geld einziehen darf. Dieses Verfahren wird in der Internet-Praxis kaum angewendet, da es abgesehen von dem Medienbruch für den Zahlungspflichtigen auch bedeutet, zusätzlich noch den Abbuchungsauftrag an die Bank zu versenden, um dann eine Internet-Zahlung zu genehmigen.

Bei der Einzugsermächtigung gibt der zahlungspflichtige Kontoinhaber dem Casino-Betreiber die schriftliche Erlaubnis, von seinem Konto Beträge einzuziehen. Die beteiligten Banken könnten diesen Nachweis bei Bedarf anfordern. In der gängigen Praxis wird dieser Nachweis nicht verlangt.

Bei diesem Verfahren erfolgt die Gutschrift des einzuziehenden Betrages „unter Vorbehalt“, eine Verfügung ist erst möglich, wenn der Bank der Geldbetrag von der Bank des Endkunden gutgeschrieben wurde.

Neben einer Rücklastschrift „mangels Deckung“ oder wegen „falscher Bankverbindung“ kann auch der Kontoinhaber einer Belastung seines Kontos widersprechen. Diese Rücklastschrift wird als „Widerspruch“ bezeichnet. Der Kontoinhaber ist bis zu 6 Wochen nach der Belastung ohne Angaben von Gründen dazu berechtigt, den Betrag zurückbuchen zu lassen. Eine Statusmeldung über eine Rücklastschrift mangels Deckung oder falscher Bankverbindungen ist etwa drei bis vier Banktage nach Zahlung bekannt. Eine Zahlung wegen Widerspruch kann hingegen gemäß der Widerrufsfrist bis zu sechs Wochen dauern.

In Europas größtem Markt Deutschland, der im Glückspielsektor allerdings durch die bisher unterbliebene Deregulierung noch nicht erschlossen ist, ist die Lastschrift mit einem Anteil von etwa 64% das wichtigste Internet-Bezahlverfahren: Jeder Deutsche, der über ein eigenes Bankkonto verfügt, kann ohne weitere Voraussetzungen per Lastschrift bezahlen. Zurzeit gibt es in Deutschland 70 Millionen Konten, die zur Bezahlung per Lastschrift geeignet sind. Da fast jeder Deutsche über ein Bankkonto verfügt, ist die Zahlung per Lastschrift in Deutschland das Bezahlverfahren, das im Prinzip jeder potentielle Kunde auch zur Zahlung im Internet einsetzen kann.  

In Österreich ist die Bezahlung per Lastschrift nicht so stark verbreitet wie in Deutschland. Ca. 28% der Internetbezahlungen werden in Österreich per Lastschrift beglichen, allerdings mit stark steigender Tendenz.  In den Niederlanden werden ca. 42% aller Internetzahlungen per Lastschrift abgewickelt. Im Gegensatz zu den ca. 6 Wochen in anderen Ländern hat man bei niederländischen Banken eine Widerrufsfrist von 35 Tagen. Nach Deutschland steht Spanien mit 56% der Internetbezahlungen per Lastschrift an zweiter Stelle. Im Unterschied zu den anderen Ländern muss bei der Bezahlung zusätzlich die Ausweisnummer mit angeben werden, um die Zahlung so vom Endverbraucher autorisieren zu lassen. Auch im Vereinigten Königreich gewinnt die Bezahlung per Lastschrift immer mehr an Bedeutung. Um Bezahlungen per Lastschrift tätigen zu können, muss das Konto einmalig durch den Kontoinhaber bei der Bank freigeschaltet werden. Dies geschieht mittlerweile standardmäßig bei der Kontoeröffnung und kann bei älteren Konten jederzeit beantragt werden. In den USA ist die Zahlung per Lastschrift als ACH oder Direct Payment bekannt und wird von knapp 43% der Haushalte genutzt.

In Norwegen und in der Schweiz wird das Lastschriftverfahren per Einzugsermächtigung nicht angeboten. Es gibt nur das Abbuchungsverfahren. Bei diesem Verfahren muss der Endkunde ein Formular ausfüllen und unterschreiben. Dieses Formular wird dann entweder durch den Casino-Betreiber oder durch den Endkunden selber an die Bank des Endkunden geschickt. Bevor die Bank dann das Konto bei Zahlungsanforderungen belastet, wird erst einmal die vorliegende Berechtigung überprüft. Dieses Verfahren ist sehr umständlich und rentiert sich ausschließlich bei regelmäßigen Bezahlungen an den gleichen Casino-Betreiber. Im Internet bietet es sich folglich nur für Mitgliedschaften oder für das Aufladen von Spielkontos bei einem Casino-Betreiber an.   

Der Vorteil liegt für den Casino-Betreiber in der hohen Sicherheit des Zahlungseinganges. Ein Widerspruch ist fast nicht möglich, entsprechend gering sind die Rücklastschriftquoten. In Norwegen z.B. erhält der Kontoinhaber eine Aufstellung seiner erhaltenen Lastschriften zur Mitte des Monats. Er hat dann zwei Wochen Zeit, um für ausreichende Deckung auf seinem Konto zu sorgen bzw. unberechtigten Zahlungen zu widersprechen. Danach ist ein Widerspruch nicht mehr möglich.

Land

Deutschland

Österreich

Niederlande

Norwegen

Schweiz

Spanien

UK

US

Verfahren

Einzug

Einzug

Einzug

Abbuchung

Abbuchung

Einzug

Einzug

Einzug

Verbreitung

64%

28%

42%

5%

5%

56%

16%

43%

Paymentabieter bieten für diese Märkte heute neben der Abwicklung des Einzugs per Lastschrift auch die Erfassung der Rücklastschriften automatisiert an. Tagesaktuell wird dem Casino-Betreiber Meldungen über Rücklastschriften erstattet; der Casino-Betreiber kann so Zugänge in Mitgliedsbereichen umgehend schließen. Unternehmen wie webtrade.net bieten neben der reinen Meldung über eine Rücklastschrift den Casino-Betreibern auch an, in Zusammenarbeit mit führenden Inkasso-Unternehmen die Mahnverfahren vor Ort durchzuführen. Wenn es zu einer Rücklastschrift kommt, wird der Endkunde per Email darüber informiert, dass er die Möglichkeit hat, den Betrag zuzüglich der Rücklastschriftgebühr auf ein Bankkonto zu überweisen. Im Anschluss daran erfolgen zwei weitere Briefe im Namen einer Rechtsanwaltskanzlei sowie entsprechende Telefonanrufe.

Die wichtigsten Länder für die Bezahlung der Lastschrift sind Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien, Schweiz und UK.

Guthabenkarten

Eine spezielle Internetbezahlvariante sind Guthabenkarten. Dies sind Karten, die man entweder im Ladengeschäft bar kauft oder über das Internet als virtuelle Guthabenkarte erwirbt. Diese Guthabenkarten werden entweder als Karten exklusiv für einen Casino-Betreiber angeboten oder als Lösung für eine Vielzahl von Casino-Betreibern. Eine Guthabenkarte birgt für den Endkunden den Vorteil, dass die Bezahlung mit dieser Karte absolut anonym erfolgt; für den Casino-Betreiber ist die Zahlungsgarantie attraktiv. Der Nachteil dieser Guthabenkarte ist aus Casino-Betreibersicht die hohe Paymentgebühre (Disagio) von bis zu 15% und eine geringe Verbreitung dieser Karten bei den Endkunden. Prädestiniert ist diese Bezahlvariante besonders für die Bezahlungen aus dem Bereich Micropayment mit Beträgen unter € 10,-. Im deutschsprachigen Markt haben einzig Paysafecard und der Micromoney (ein Produkt der Deutschen Telekom) solche Angebote etabliert.

eWallet-Lösungen

Eine neue sehr beliebte Bezahlmethode im Internet sind eWallet-Lösungen. Dies sind virtuelle Geldbörsen, in die ein Endkunde entweder Geld direkt einzahlt oder mit seiner präferierten Bezahlmethode einmalig hinterlegt. Diese Hinterlegung wird dann entsprechend des Kundenwunsches als Kreditkarten- oder Lastschrift-Zahlung oder per Überweisung vorgenommen. Wenn der Endkunde mit dieser eWallet-Währung bezahlen möchte, so wird der Betrag über das hinterlegte Konto debitiert und dem Casino-Betreiber gutgeschrieben.

Für den deutschen Markt haben sich speziell für die Bezahlung im Micropayment-Bereich die Anbieter T-Pay, Click&Buy von Firstgate sowie Webcent von Web.de etabliert. Die etabliertesten Anbieter im internationalen Markt sind ccard.net, Click2Pay, epassporte, Firepay, Moneybookers, NETeller und PayPal.

eWallet-Lösungen für den internationalen Internet-Markt zeichnen sich zusätzlich dadurch aus, dass auch Gelder empfangen werden können. Die User untereinander können sich ebenso einfach Mittel überweisen wie Anbieter Auszahlungen auf diese Konten vornehmen können. eWallet-Lösungen stellen damit eine Alternative für internationale Überweisungen dar, etwa um die Bezahlung einer erfolgreichen Auktion zwischen einem deutschen Käufer und einem amerikanischen Verkäufer abzuwickeln oder um Gewinne bzw. Provisionen auszuzahlen.

Die Auszahlung von diesen Konten erfolgt entweder per Überweisung oder Scheck. Einzelne Anbieter kombinieren die eWallet-Lösungen mit Geldautomatenkarten (ATM-Card). Mit diesen Geldkarten kann an über 900.000 Geldautomaten weltweit das Geld bar abgehoben werden. 

Überweisung
Die Überweisung wird auch als Vorkasse bezeichnet und gewinnt im Hinblick auf die eWallet-Lösungen im Internet wieder an Bedeutung. Eine Überweisung ist aus Casino-Betreibersicht eine garantierte Bezahlung, die ca. zwei bis drei Tage nach Initiierung auf dem Konto des Anbieters gutgeschrieben wird. Die webtrade.net unterhält in zahlreichen europäischen Ländern Bankverbindungen, um diese Zahlung für deren Casino-Betreiber entgegenzunehmen und weiter zu leiten. Der Vorteil liegt darin, dass der Casino-Betreiber nicht in allen Ländern eine Niederlassung gründen muss, um eine nationale Bankverbindung anbieten zu können.

Die Information darüber, dass das Geld endgültig gutgeschrieben wurde, erhält der Casino-Betreiber allerdings erst, wenn der Kontoauszug der Hausbank vorliegt. Dazwischen können 2-3 Tage liegen; die Zahlungsform ist somit für das klassische Internetgeschäft nicht geeignet. Es entwickeln sich aber zurzeit Lösungen, bei denen die Absendung einer Überweisung in Realtime via Internet auch auf dem System des Paymentanbieters erkannt wird und eine Auslieferung der Ware umgehend erfolgen kann. Diese Lösung wird in Deutschland von der Pago als „Online Überweisung“ bezeichnet, in Österreich als eps (e-payment standard).

Eine international weit verbreitete Überweisungsform ist die per Western Union. Weltweit können an Western Union Schaltern Zahlungen in bar eingezahlt werden, die der Empfänger an jeder anderen Western Union Station abholen bzw. auf seinem Konto gutschreiben lassen kann.

Zusammenfassung

Trotz des internationalen Charakters des Internets als Handelsplatz für Dienstleistungen agieren Casino-Betreiber mit ihren Angeboten und Bezahlverfahren häufig nur auf nationaler Ebene. Bei online Glücksspielen, die über das Internet angeboten und konsumiert werden, gibt es jedoch keine nationalen Einschränkungen mehr.

Die Bezahlform Kreditkarte ist nach wie vor die einzig weltweit verfügbare Bezahlmethode für internationale Bezahlungen. Wenn der Kunde jedoch nicht über eine Kreditkarte verfügt, die Bezahlung aus Sicherheitsgründen per Kreditkarte ablehnt oder aber der Casino-Betreiber für sein Geschäft keinen Kreditkartenakzeptanzvertrag erhält, sind für die internationale Vermarktung der Glücksspiele alternative Bezahlmethoden nötig.

Casino-Betreiber, die kein weltweites Netz aus Bankverbindungen aufbauen können oder wollen, um ihren internationalen Kunden alternative Bezahlmethoden anbieten zu können, können von Payment Service Providern wie webtrade.net internationalen Collect Service als Dienstleitung einkaufen. Dabei werden gleichzeitig die unterschiedlichen Währungen normalisiert: wenn ein Schweizer per Lastschrift bei einem karibischen Casino-Betreiber zahlen soll, rechnet ein Currency Converter die Bezahlung entsprechend um, initiiert den Einzug der Schweizer Franken beim Kunden und die entsprechende Gutschrift beim Casino-Betreiber in US amerikanischen Dollars.

Payment Service Provider sind so für online Anbieter, die ihre Produkte in allen europäischen Ländern an möglichst breite Zielgruppen vermarkten wollen, ideale Dienstleister, die ohne up-front Kosten den Zugang zu neuen Märkten vereinfachen und Backend Prozesse von der automatisierten Abwicklung des Einzugs per Lastschrift und die Erfassung der Rücklastschriften bis hin zum Mahnverfahren als kostengünstige Dienstleistung anbieten.

Dieser Artikel ist auch in englischer Sprache verfügbar

 
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