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by LeinertConsult |
Fazit
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1.Inhaltsverzeichnis |
20. FazitDie Unübersichtlichkeit des Marktes hat zu Wildwuchs der Wettangebote selber geführt. Wettangebote reichen hinunter bis in die Amateurklassen kleiner europäischer Länder, wo die Kontrollmöglichkeiten der Sportgerichtsbarkeit eher begrenzt erscheinen. Ganz so überrascht, wie die Wettbranche nun angesichts der mutmaßlichen Schiedsrichtermanipulationen tut, dürfte sie indes nicht sein. Es gehört zur guten Buchmachertugend, sich solide gegen mögliche Betrugsabsichten zu wappnen. Buchmacher, die Fußballwetten annehmen, wissen in der Regel frühzeitig über drohende Unregelmäßigkeiten Bescheid. Es kommt im
alltäglichen Wettgeschäft gar nicht einmal selten vor, dass Fußballspiele
kurzfristig aus dem Wettangebot gestrichen werden. Wer Wetten annimmt, verfügt
auch über ein funktionierendes Alarmsystem. Durch eine Liberalisierung des Sportwettenmarktes können zahlreiche Arbeitsplätze entstehen. Derzeit gib es in Deutschland etwa 1.200 Wett-Shops. Bei einer Liberalisierung könnten es bis zu 10.000 Wett-Shops sein. Bei zwei bis drei Mitarbeitern pro Shop könnten auf diese Weise mind. 20.000 neue Arbeitsplätze unmittelbar entstehen. Die gleiche Summe noch einmal in Zulieferindustrien wie Geschäftsausstattern, Webagenturen und bei internationalen Buchmachern. Die staatlichen Wettanbieter sind durch die Belastung der Wettsteuer in Höhe von 16 2/3% benachteiligt, welche die privaten Wettanbieter als Vermittler zu ausländischen Buchmachern nicht entrichten müssten. Durch die Liberalisierung des Wettmarktes könnte diese Steuer auf alle Anbieter erhoben werden und diese Steuer den gemeinnützigen Zielen zugeführt werden. Auch der österreichische Weg einer Besteuerung auf die Gewinne könnte ein Lösungsvorschlag sein. Hier werden, abhängig von der Quote, auf die Gewinne eine Steuer bis zu 25% erhoben. Ist die Quote unter 2,5 so wird keine Steuer erhoben. Bei einer Quote von über 200, wie z.B. bei einer Lotterie, wird der Höchststeuersatz angesetzt. Diese Steuern sind allerdings sehr schwer innerhalb des Internet durchsetzbar. Bereits heute ist das Wetten und Spielen quasi legal bzw. eine Strafverfolgung für Anbieter und Nutzer nicht zu befürchten. Ebenso würde die Erhebung einer Steuer die Quoten zu ungunsten der deutschen Anbieter verschlechtern und die Tippabgabe bei englischen Buchmachern forcieren, die von der Steuer befreit sind. Wie in Österreich auch, könnte der stattliche Anbieter sich mit seinem marktbeherrschenden Angebot bei den Wett-Shops dem Wettbewerb stellen. Zahlreiche Sportbegeisterte würden dem Sportwettanbieter Oddset die Treue halten, wenn ein marktnahes Angebot offeriert wird. Auch dann, wenn die Quoten etwas ungünstiger als bei den privaten Wettanbietern sein sollten. Sollte das Hauptinteresse des tatsächlich Staat die Verhinderung der Spielsucht sein, so sollte der Staat seine Fürsorgepflicht besser mit Aufklärungskampagnen oder verpflichtenden Warnhinweise, vergleichbar der Zigarettenwerbung, auf Webseiten oder in Wettshops wahren. So erscheint der Anspruch des Staates, Exklusivanbieter für Wetten zu sein, eher der Gewinnmaximierung zu Gunsten der notorisch leeren Landeshaushalte als der Spielsuchtprävention zu dienen. Das Thema Spielsucht ist ein sehr kritisches Thema und sollte mit größter Sorgfalt in eine Regelung des Spielbetriebs eingebunden werden. Der Staat sollte nicht der einzige Anbieter der und Bewahrer vor der Spielsucht sein. Besser wäre eine verbindliche Regelung für alle Marktteilnehmer unter eindeutiger Berücksichtung des Spielsuchtproblems. Ein wichtiger Punkt könnte dabei die Beschränkung der Spieleinsätze auf einen Höchstbetrag sein. Auch ein gemeinsames Eintreten aller Wettanbieter gegen diese Spielsucht durch Aufklärung (sind Sie Spielsüchtig?) oder entsprechende Warnhinweise auf den Spielscheinen bzw. Werbeverboten bei gefährdeten oder jugendlichen Zielgruppen. Wetten sollten ein Unterhaltungselement darstellen, mit dem ein Fußballspiel, ein Pferderennen oder sonstige Sportveranstaltungen noch etwas interessanter werden können und das auch das mediale Interesse steigern könnte. Der dahinsiechende Pferderennsport könnte eine eigene Rennserie nach Art der Formel1 auflegen, um interessanter für eine Fernsehübertragung zu werden und für das Wettgeschäft eine Einnahmequelle zu schaffen, die den Pferdeverbänden eine Existenzgrundlage bietet. Alle Fernsehsender planen eigene Sportwett-Sender oder entsprechende Programme. Dies zeigt das große Interesse und könnte somit die mediale Präsenz dieser Nischen-Sportarten steigern. Der digitale Fernsehsender Raze.TV ist in diesem Bereich Vorreiter, aber auch Premiere beabsichtigt ab Juli 2005 in den Sportwettbereich einzusteigen. Nicht umsonst ist Frank Stronach von Magna Entertainment groß bei Premiere eingestiegen. Während der Staat vor dem Wettgeschäft im Internet anscheinend schon kapituliert hat, versucht er mit allen Mitteln, die Bastion der Wett-Shops zu verteidigen. Es ist aber davon auszugehen, dass bis zur Weltmeisterschaft 2006 Oddset als nationaler Sponsor alles daran setzen wird, das Wett-Monopol zu schützen. Wenn sich der Boom der jedoch auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen soll, müssen zuerst der Markt liberalisiert und feste Regeln für alle Marktteilnehmer eingeführt werden. Der Staat sollte private Wettanbieter zulassen und sich auf die Regelung des Glückspielmarktes beschränken. Der staatliche Sportwettenanbieter Oddset sollte ebenfalls als privates Unternehmen geführt werden und nicht mehr von „verdienten“ Ex-Politikern. Auch eine staatliche Institution, ähnlich des Börsenaufsichtsamtes, könnte als Kontrollstelle gegen Insiderspekulationen zur Verfolgung von Wettbetrug eingesetzt werden. Die Zukunft der staatlichen Wettkartells ist sonst gefährdet, da attraktive Quoten, die spannenden, vielfältigen Wettangebote und die zunehmende Verlagerung des Wettbetriebs auf Internet und Handy die Kunden mehr überzeugen als die aggressive Werbung und die medienwirksamen Skandale des Staatsmonopolisten. |
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